Paulo Morello

Paulo Morello

Quelle: Wikipedia

Paulo Morello – der deutsche Jazzgitarrist mit brasilianischem Puls und internationaler Strahlkraft

Ein Künstler zwischen Jazztradition, Bossa Nova und moderner Klangsprache

Paulo Morello, geboren am 7. Oktober 1970 in Burglengenfeld als Cornelius Paul Schmidkunz, gehört zu den markantesten Jazzgitarristen Deutschlands. Als Komponist, Musikproduzent und Hochschullehrer verbindet er technische Souveränität mit einem stilistischen Horizont, der von klassischem Jazz über Bossa Nova bis hin zu rhythmisch offener, zeitgenössischer Improvisationskunst reicht. Seine Laufbahn zeigt einen Musiker, der nicht nur spielt, sondern Klangräume formt und musikalische Beziehungen in langlebige Projekte überführt. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Frühe Prägung und musikalische Ausbildung

Morello begann nicht unmittelbar mit der Gitarre, sondern lernte zunächst Blockflöte und Geige. Erst in der Pubertät wandte er sich autodidaktisch der E-Gitarre zu, erhielt Unterricht bei einem lokalen Rockgitarristen und wechselte mit 17 Jahren zu Helmut Nieberle. Dieser frühe Weg über mehrere Instrumente prägte seinen musikalischen Blick: nicht als reiner Stilist, sondern als Musiker, der Harmonie, Melodie und Form aus verschiedenen Perspektiven denkt. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Sein akademischer Weg führte ihn ab 1992 an das Meistersingerkonservatorium Nürnberg zu Helmut Kagerer und später an die Hochschule für Musik Mannheim zu Frank Kuruc. Ein Studienaufenthalt an der New School in New York brachte ihn in Kontakt mit Jim Hall, Peter Leitch und weiteren prägenden Stimmen wie Attila Zoller, Richie Beirach und George Garzone. Diese internationale Ausbildung erklärt, warum Morellos Spiel so selbstverständlich zwischen amerikanischer Jazzsprache und europäischer Klangkultur vermittelt. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Der internationale Durchbruch mit Bossa Nova Legends

Den Beginn seiner internationalen Karriere markierte 2001 das von ihm gemeinsam mit dem dänisch-deutschen Saxofonisten Kim Barth initiierte und produzierte Projekt „Bossa Nova Legends“. Mit diesem Projekt tourte er in den folgenden Jahren mit Leny Andrade und Johnny Alf durch Europa und Südamerika und gastierte an renommierten Orten wie der Queen Elisabeth Hall in London, dem Teatro Rival in Rio de Janeiro sowie bei Festivals in Verona, Vilnius und San Javier. Damit positionierte sich Morello endgültig als Musiker mit transnationalem Profil und starker brasilianischer Affinität. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Gerade diese Verbindung aus europäischer Jazzbildung und brasilianischer Rhythmussprache bildet bis heute das Zentrum seiner Kunst. Auf der offiziellen Website wird beschrieben, wie Morello in seinen Projekten mit Randy Brecker, Leny Andrade, Larry Coryell, Jimmy Smith, Bob Mintzer, Airto Moreira, Philip Catherine und Pat Martino gearbeitet hat. Diese Begegnungen sind keine Randnotizen, sondern ein Netzwerk musikalischer Referenzen, das seine Karriere autorisiert und historisch einordnet. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/about/?utm_source=openai))

Stil, Spielweise und künstlerische Handschrift

Paulo Morello ist für melodische Linien, expressive Artikulation und einen warmen, differenzierten Ton bekannt. Seine Vorbilder Joe Pass, Wes Montgomery und Pat Martino sind in seiner Spielweise hörbar, doch er kopiert sie nicht: Er übersetzt ihre Sprache in eine eigene europäisch-brasilianische Handschrift. Gerade seine Fähigkeit, Bebop, Samba, Choro und moderne Jazzharmonik organisch zu verbinden, macht ihn zu einer Ausnahmefigur innerhalb der deutschen Jazzgitarrenszene. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/about/?utm_source=openai))

Die Musikpresse betont genau diese Verbindung. Jazz thing beschreibt, dass kein deutscher Saitenzupfer brasilianischer klinge und dass Morello Samba, Choro und Bebop so verschmelze, als seien sie füreinander bestimmt. In derselben Besprechung wird „Moving“ als kleines, spritziges Feuerwerk großer Gitarrenkunst charakterisiert. Solche Formulierungen spiegeln nicht nur Begeisterung, sondern auch die Wahrnehmung eines Musikers, der stilistische Grenzen konsequent auflöst. ([jazzthing.de](https://www.jazzthing.de/review/paulo-morello-moving/?utm_source=openai))

Wichtige Alben, Ensembles und Kooperationen

In seiner Diskographie markieren mehrere Produktionen künstlerische Wendepunkte. Zu den frühen Schlüsselmomenten zählen „Morello & Barth: Fim De Semana Em Eldorado“ und „Morello & Barth present: Bossa Nova Legends“. Später folgten „Hammond Eggs“, „Afternoon in Rio“, „Sambop“, „Living Is Easy, Mostly“, „Pourquoi“ und zuletzt „Moving“. Diese Veröffentlichungen zeigen eine konsequente Entwicklung von der Bossa-Nova-orientierten Ästhetik hin zu einem reifen, kollaborativen Jazzverständnis mit starker kammermusikalischer Feinzeichnung. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Besonders prägend war das Orgeltrio mit Jermaine Landsberger und Peter Weniger, das 2008 mit „Hammond Eggs“ vorgestellt wurde und 2013 mit „Back in the Pan“ eine Fortsetzung fand. 2011 etablierte Morello mit „Night of Jazz Guitars“ ein Gitarrenquartett, in dem unter anderem Larry Coryell, Helmut Kagerer, Andreas Dombert und Philip Catherine zusammenkamen. Diese Projekte stehen für seine Fähigkeit, hochkarätige Besetzungen in lebendige, dialogische Formate zu überführen. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Seit 2017 arbeitet Morello im Trio mit Philip Catherine und Sven Faller und veröffentlichte mit ihnen zwei Alben. 2018 erschien außerdem „Sambop“, ein Projekt mit Lula Galvão, das seine Liebe zu brasilianischen Klangfarben besonders deutlich macht. Seit 2020 ist er zudem im Duo mit dem schwedischen Gitarrenvirtuosen Ulf Wakenius unterwegs. Damit bleibt seine Karriere nicht statisch, sondern entwickelt sich über neue Besetzungen und musikalische Konstellationen beständig weiter. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/about/?utm_source=openai))

Aktuelle Projekte und das Album „MOVING“

Aktuell steht das Album „MOVING“ im Mittelpunkt, das laut offizieller Website am 4. Dezember 2025 erscheinen soll. Das Werk entstand in zehn intensiven Studio-Tagen nach einer längeren Phase gemeinsamer Konzerte und bündelt Morello, Sven Faller und Mauro Martins als Sambop Trio. Inhaltlich trifft hier die Strahlkraft brasilianischer Rhythmen auf die Eleganz des modernen Jazz, mit Choro, Funk-Grooves und Balladen, die den Raum zwischen Improvisation und Arrangement bewusst offen halten. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/?utm_source=openai))

Die Pressestimmen zum Album fallen bemerkenswert geschlossen aus. Jazzthing spricht von einem spritzigen Feuerwerk großer Gitarrenkunst, Audio lobt das Trio als „auf dem Gipfel“, Concerto hebt Wärme, Transparenz und rhythmische Eleganz hervor, und Jazzpodium betont die Selbstverständlichkeit von Raum, Zeit und Seelenverwandtschaft. Auch die Rezension von 2025 stellt heraus, dass Morello seine Liebe zu Wes Montgomery, Attila Zoller und Brasilien in ein konzentriertes, reifes Trioformat überführt. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/?utm_source=openai))

Lehre, Institutionen und kultureller Einfluss

Paulo Morello ist nicht nur Bühnenkünstler, sondern auch Pädagoge und institutionell verankerter Jazzvermittler. Seit 1999 lehrte er an der Hochschule für Musik Nürnberg Jazz-Gitarre und leitete dort auch eine Brazilian-Jazz-Combo. 2020 wurde er an das Jazzinstitut Berlin berufen, seit 2021 ist er dort Künstlerischer Direktor. Diese Positionen unterstreichen seine Autorität innerhalb der Szene und zeigen, dass sein Einfluss weit über Tonträger und Konzerte hinausreicht. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Paulo_Morello))

Für die deutsche Jazzlandschaft ist Morello deshalb wichtig, weil er internationale Erfahrung, stilistische Offenheit und akademische Arbeit miteinander verbindet. Er steht für eine Musikkarriere, die nicht auf reiner Virtuosität beruht, sondern auf Dialog, Vermittlung und stilistischer Integrität. Seine Bühnenpräsenz lebt von Präzision und Wärme, seine künstlerische Entwicklung von Neugier und einem tiefen Bewusstsein für Tradition. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/about/?utm_source=openai))

Fazit: Ein Gitarrist mit Substanz, Stil und nachhaltiger Ausstrahlung

Paulo Morello ist spannend, weil er Jazz nicht als bloße Technik, sondern als Kulturform versteht. Seine Laufbahn verbindet deutsche Ausbildung, New Yorker Schule, brasilianische Seele und europäische Reife zu einer unverwechselbaren künstlerischen Identität. Wer moderne Jazzgitarre mit melodischer Tiefe, rhythmischer Eleganz und echter Persönlichkeit erleben will, sollte Paulo Morello live hören. ([paulomorello.com](https://paulomorello.com/about/?utm_source=openai))

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